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Von der Kunst zu motivieren

Heute ist mir mitgeteilt worden, daß ich auch dieses Jahr wieder eine Leistungsprämie vom Gericht bezahlt bekomme. Frecherweise zahlen sie mir nur 350,00 EUR, ich habe dagegen fest mit mindestens 500,00 EUR gerechnet und die selbstverständlich auch schon (mehrfach) ausgegeben. Aber das ist wohl mein ganz privater Fehler. Darum soll es aber auch nicht gehen (und auch nicht darum, daß ich mich für diese Prämie einfach selbst vorgeschlagen habe und damit - wie geplant - auch tatsächlich noch Erfolg gehabt habe).

Nein, eigentlich geht es mir darum, wie das Gespräch abgelaufen ist, in dem mir das mitgeteilt wurde. Der Gerichtspräsident, Geschäftsleiter und vier andere Ausbilder haben sich im Büro des Präsidenten getroffen, wo wir eigentlich hätten stehen sollen, weil er uns nicht sitzen lassen wollte. Irgendwie schon kurios, aber ich war dabei und habe es gesehen... egal, wir haben uns dann doch gesetzt. Dann hat er zum Teil wörtlich dieselbe Ansprache gehalten wie im letzten Jahr und dabei recht offensichtlich gezeigt, daß er absolut keine Ahnung hat, warum wir dieses Geld bekommen. Er hat von einer Tabelle abgelesen, vorher angekündigt, daß er niemanden namentlich nennen wird und wir uns einfach angesprochen fühlen sollen, wenn er etwas vorliest, was wir gemacht haben. Dann hat er die Liste runtergelesen, bis ihn der Geschäftsleiter unterbrochen hat und ihn darauf hingewiesen hat, daß er mittlerweile Zeug von einer völlig anderen Abteilung vorliest. Zum Abschluss gabs einen Händedruck.

Unfassbar. Ehrlich. Ich wäre da wesentlich motivierter rausgegangen, wenn man mir einfach nur kommentarlos einen Umschlag mit dem Brief in die Hand gedrückt hat. So habe ich mal wieder deutlich vor Augen geführt bekommen, daß sich eigentlich keine Sau dafür interessiert, was ich tue... gut, daß ich mich selbst vorgeschlagen habe, sonst hätten sie mich völlig vergessen.

Die ganze Sache hat mich zum längeren Nachdenken angeregt, was man eigentlich tun muss, um mich zu motivieren... ich dachte, wenn schon sonst nix, kann ich doch aus der Situation wenigstens was lernen, was ich bei den Azubis nicht wiederhole. Ich habe mir vorgenommen, morgen mit denen mal ein Brainstorming zu veranstalten, was für sie wichtig an ihrem Job ist, was sie motiviert, jeden Morgen aufzustehen und zur Arbeit zu kommen.

Geld allein kann es nicht sein, das ist mir heute klargeworden. Wenn es so wäre, hätte ich das dumme Gelaber einfach ignoriert und mich über die Kohle gefreut. Aber im Gegenteil, die "Ansprache" hat mir das Geld verdorben. (Nicht, daß ich mich von dem Geld nicht trotzdem tätowieren lassen würde... Termin ist übrigens am 18.12.)
Ich habe heute ein wenig Zeug über Motivation gelesen, mir die Bedürfnispyramide von Maslow mal wieder angeschaut und festgestellt, daß ich wohl auf der Stufe stehe, wo man mich prinzipiell mit Geld nicht mehr motivieren kann. Eigentlich seltsam, wo doch materielle Dinge das schönste im Leben für mich sind. Aber wahrscheinlich liegt es daran, daß ich - da ich eh mit Geld nicht umgehen kann - einfach kaufe, was ich will, wenn ich will und damit bis jetzt noch keine Bauchlandung hingelegt habe.
Auf den oberen Stufen der Bedürfnispyramide stehen Gesellschaft, Anerkennung und Selbstverwirklichung. Es muss sowas sein... deswegen hat es mich wahrscheinlich so aufgeregt, daß mir der Kerl Geld gegeben hat, ohne zu wissen, warum.

Ich überrasche mich immer wieder.

In den letzten paar Tagen bin ich ein paarmal mit Nadine, einer ehemaligen Auszubildenden, Zug gefahren. Von Kollegen ist mir mittlerweile ein Frauentyp angedichtet worden, auf den ich angeblich stehen soll. So richtig bewusst habe ich mir darüber noch nie Gedanken gemacht, aber es scheint schon so, daß es tatsächlich einen bestimmten Typ Frauen gibt, bei dem mir die Hose juckt.

Wenn man so eine Wunschvorstellung hat, dann hat man ein Bild im Kopf und vergleicht jede Frau mit diesem Bild, bemerkt Abweichungen und wenn wenige Abweichungen da sind, sagt man "Das ist mein Typ."
Mit Nadine funktioniert das nicht. Nadine IST dieses Idealbild. Man wird sehen, wohin das führt. Außer zu Leid. Soviel ist eh sicher.
1.11.07 19:03
 



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