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While Heaven Wept - Sorrow Of The Angels



Ein Album, das mir persönlich unheimlich viel bedeutet. Zum einen ist es erst das zweite mal gewesen, daß ich ein Lied gehört habe und sofort wusste, daß DAS die Musik ist, die ich schon immer gesucht und bis dahin nie gefunden habe. Zum anderen verbinde ich sehr viele Erinnerungen damit... ich habe die Platte während der Geschichte mit Melanie gehört und ich wusste schon Monate vorher, daß ich diese Scheibe hören würde, wenn Julia mit mir Schluss macht. Und so war es dann auch.

Musik ohne Hoffnung, bittere Melancholie, gänsehauterregender Gesang und Texte und Melodien zum Niederknien und Weinen, so sehr gehen sie einem nahe. Wer nicht weiß, worauf er sich einlässt, bekommt alles gesagt, wenn er das Digipack nur aufklappt:

"To those who would enter: This album is for the forsaken, the forgotten, and the doomed... All else need not proceed any further... as you are not welcome. Listen to this recording alone and without distraction. A dark enviroment is recommended and an open mind essential. Feel free to enhance the listening experience as needed."

Gerade einmal drei richtige Songs hat dieses Album zu bieten, die bringen es aber trotzdem auf eine Gesamtspielzeit von etwa 40 Minuten. Und diese 40 Minuten wird man nie wieder vergessen. Los gehts mit 'Thus With A Kiss I Die', für mich eines der drei besten Stücke emotionaler Musik überhaupt. Vom einleitenden Gitarrenlauf an schleppt sich dieses 17-minütige pechschwarze und todtraurige Epos vorwärts. Die ersten acht Minuten lang gibt es keine Tempowechsel, keine Erlösung. Nur ganz selten kann ich Keyboards leiden und in dieser Masse ertrage ich sie wirklich nur bei While Heaven Wept, aber hier passen sie einfach. Nach einem kurzen Drumbreak setzt der Gesang ein und jetzt sollte es eigentlich um jeden geschehen sein. Niemals vorher habe ich jemals solche Emotionen im Gesang gehört und niemals vorher ging mir ein Text um das Ende einer Beziehung, irgendwie doch das banalste aller Themen, so dermaßen nahe. Traumhaft schöne Melodien aber man ist sich doch der Tatsache bewusst, daß dieser Traum gerade zuende gegangen ist. Tom singt klar und hoch, vermeidet aber jegliches Eunuchengekreische sondern bleibt auf seine Weise ein völlig eigenständiger Sänger. Nach etwa acht Minuten setzt dann ein Akkustikgitarren-Part ein, bevor das Stück auf einmal völlig abdreht, massige Tempowechsel kurz hintereinander bringt bevor es nach einer Viertelstunde zurück zum Beginn kommt und wieder mit demselben reinen Doom endet, mit dem es begonnen hat. 17 Minuten voller Intensivität, die Leben verändern können und es zumindest bei mir geschafft haben.

Zum Ende des ersten Songs setzt Regen ein, der die Lücke zwischen den Songs füllt und dem Album noch zusätzlich eine ganz besondere Atmosphäre verpasst.

Die beiden anderen Stücke, 'Into The Wells Of Sorrow' und 'The Death Of Love' müssen im Vergleich zum Opener einfach ein wenig abfallen, aber das kann man kaum negativ erwähnen, angesichts der unmenschlichen Klasse, die 'Thus With A Kiss I Die' hat. Beide folgenden Songs haben alles, was auch der erste Song hatte, aber erreichen trotzdem nicht seine Klasse. Und so endet nach etwa 40 Minuten das Album mit 'September', einem zweiminütigen Akkustikgitarren-Outro.

Ich glaube ich habe nie etwas so intensives erlebt, wie dieses Album - ganz nach der Empfehlung von oben - im Dunkeln und bei Kerzenlicht zu hören. Eine Reise in die eigene Seele, sich den eigenen Dämonen zu stellen und in die unendliche Traurigkeit einzutauchen, die 'Sorrow Of The Angels' vermittelt. 'Sorrow Of The Angels' ist mit Sicherheit kein schönes Album, auch wenn es über tonnenweise zum Sterben schöne Melodien verfügt. Es zwingt den Hörer sich mit einem dunklen Fleck in sich selbst auseinanderzusetzen. Dieses Album nur so nebenbei zu hören funktioniert nicht, man muss es wirklich gefühlt haben und erlebt haben, was es mit einem anstellt.

Meine Güte, wenn ich mich nur an ein paar Gelegenheiten erinnere, wo ich mit diesem Album in Kontakt gekommen bin: Beim Doom Shall Rise 2004, als ich die Band zum ersten und einzigen Mal live gesehen habe und Tom 'Thus...' ankündigte:
"This is probably my most favorite track. This is from 'Sorrow Of The Angels'. In fact it is the entire side one from 'Sorrow Of The Angels'." Pure Gänsehaut. Den Gesang hat er allerdings gewaltig verhauen. Aber in dem Moment war es mir scheissegal, ich hätte dort und damals sterben können, als der Auftritt vorbei war.
Klasse auch, als ich mit Jürgen für unsere nie vom Fleck gekommene Doom Band geprobt habe und er plötzlich ohne es zu kennen den Anfangsgitarrenlauf von 'Thus...' gespielt hat. Ich hab wie vom Donner gerührt dagestanden.

Schade, daß While Heaven Wept dieses Album danach nicht mehr erreicht haben, der Nachfolger 'Of Empires Forlorn' war zu zerstückelt, zu überladen, "zu lebensbejahend" (wie ein ein Bekannter von mir ausdrückte) und auch wenn die Musik nach wie vor hervorragend war, bleibt 'Sorrow Of The Angels' mein persönliches While Heaven Wept-Gottalbum und definitiv unter meiner Top 3 aller Zeiten.

Offiziell nirgendswo mehr zu bekommen, es soll aber ein Rerelease des Albums mit Bonustracks rauskommen und bei den Samples auf http://www.eibonrecords.com gibt es den gesamten Opener gratis zum Download.

Tears fall from my somber stare
Abandoned and nobody cares
I watched you walk away
As if I was never there - I was there

You said you are not the only one in this world
Yet you're the only one I've ever loved
From my sole sanctuary exiled
And likewise from heaven above

You have forsaken me

Sleepwalk to the gallows
To expel my hollow soul
Unto fire, unto cold
Into hell I must go

A broken heart, a broken wing
I'm falling into this pain deep within
Infinitely spiralling
To my sorrowfilled end

You have foredoomed me

When again these eyes you gaze into
You'll see I'm still reaching for you

How could you leave me here?

You have forgotten me

While Heaven Wept: Thus With A Kiss I Die
25.6.07 17:56
 



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